WARUM AUSBILDEN?

Warum sollte ich einen Lehrling aufnehmen oder Fachkräfte ausbilden?

Lehrlinge auszubilden heißt, Jugendliche und junge Erwachsene aber auch Quereinsteiger für den eigenen Betrieb zu gewinnen und diese zu Fachkräften auszubilden.

Lehrlinge sind von Beginn an im Betrieb integriert, wissen wie es läuft und sind Teil Ihres Teams. Gut ausgebildete Fachkräfte sind für jeden Betrieb ein enormes Kapital, deswegen ist es umso wichtiger darauf zu achten, dass sie mit dem Arbeitsklima und der Entlohnung zufrieden sind, damit sie auch nach Beendigung der Ausbildung in Ihrem Betrieb bleiben. Wichtig ist auch, den ehemaligen Lehrling nicht mehr als Lehrling zu behandeln und ihn als vollwertiges Teammitglied einzusetzen, der je nach seinen Fähigkeiten mehr Verantwortung übertragen bekommt.

Vielleicht haben Sie schon selbst Erfahrungen gemacht, wie schwierig es ist, geeignete Fachkräfte zu finden?

Nur wenn Betriebe Fachkräfte ausbilden, wird das Pflasterer Handwerk langfristig erhalten bleiben und die gesamte Branche von mehr Fachkräften profitieren. Die Erhaltung des Handwerks ist wirtschaftliche Existenzgrundlage, ermöglicht Qualitätssicherung durch die Weitergabe des Wissens an nächste Generationen und fördert den Zusammenhalt der Gemeinschaft.

Wussten Sie übrigens, dass das Pflasterer Handwerk im Jahr 2018 von der UNESCO* als immaterielles Kulturerbe geschützt wurde? Nur Sie als Pflasterer können für die Erhaltung des Handwerks und die zeitgemäße Vermittlung Ihres Wissens sorgen.

Tragen auch Sie dazu bei, das Pflasterer Handwerk zu erhalten, indem Sie Ihr Wissen an jüngere Generationen weitergeben!

Die Mitarbeiter der Lehrlingsstelle in ihrer Wirtschaftskammer unterstützen Sie gerne.

*UNESCO = United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization, Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur

BEWERBERPROFILE?

Nicht nur Jugendliche kommen für eine Lehre in Frage, sondern auch junge Erwachsene (Ü18) und Quereinsteiger, die durch eine Lehrausbildung ihre Berufschancen verbessern möchten.

Jugendliche unter 18

Bei Jugendlichen unter 18 ist auf die Bestimmungen des Kinder- und Jugendlichen-Beschäftigungsgesetzes zu achten und der Lehrvertrag ist von den Eltern zu unterschreiben. Als Entschädigung enthält der Lehrling eine Lehrlingsentschädigung nach Kollektivvertrag und der Betrieb die dementsprechenden Förderungen.

Erwachsene (Ü18)

Um die Lehre für Erwachsene (Ü18) attraktiver zu gestalten und bereits von Beginn an voll einsatzfähige Arbeitskräfte zu erhalten, ist im Kollektivvertrag vereinbart, dass bereits ab dem 1. Lehrjahr die Lehrlingsentschädigung für Jugendliche im 2. Lehrjahr zu bezahlen ist. In diesen Fällen wird die Basisförderung auf Grundlage dieses Entgelts berechnet.

Grundsätzlich haben auch Hilfsarbeiter die Möglichkeit, die Berufsschule zu besuchen und zur außerordentlichen Lehrabschlussprüfung anzutreten, um einen anerkannten Abschluss und im Endeffekt ein höheres Gehalt zu erhalten.

VORAUSSETZUNGEN

Wer darf ausbilden?

Grundsätzlich dürfen Betriebe in dem Gewerbe ausbilden für das sie die Berechtigung haben.

Wenn ein Lehrling zum ersten Mal ausgebildet werden soll, ist bei der Lehrlingsstelle ihrer Wirtschaftskammer ein Feststellungsantrag zu stellen. Diese prüft gemeinsam mit der Arbeiterkammer, ob in Ihrem Betrieb die Voraussetzungen für eine Lehrlingsausbildung gegeben sind.

Falls Sie nicht in der Lage sind, das gesamte Berufsbild abzudecken, haben Sie die Möglichkeit mit einem anderen Betrieb gemeinsam einen Ausbildungsverbund einzugehen.

Der Weg zum Ausbildner

Das ausbildende Unternehmen entscheidet, ob der Unternehmer selbst oder eine andere Person die Verantwortung als Ausbilder übernimmt. Voraussetzung für die Bestellung zum Ausbilder ist ein bestimmtes Qualifikationsniveau.

Bei der Meisterprüfung ist die Ausbilderqualifikation enthalten. 

Folgende Kenntnisse sind der Lehrlingsstelle nachzuweisen:
  • Fachkenntnisse für die Ausbildung
  • pädagogisch-methodischen Kenntnisse
  • rechtliche Kenntnisse

Diese Kenntnisse können mit dem Ausbilderkurs, einer Ausbilderprüfung oder gleichwertigen Prüfungen nachgewiesen werden.

Weiterbildung der Ausbilder

Weiterbildungsmaßnahmen für Ausbilder werden im Ausmaß von 75 Prozent der Kosten bis zu einer Gesamthöhe von 2.000 € pro Jahr gefördert.

RECHTE & PFLICHTEN

Grundsätzlich dürfen Lehrlinge nur Tätigkeiten durchführen, die in der Ausbildungsordnung verankert sind.

Der Lehrling hat ein Recht auf:

  • eine ordnungsgemäße Ausbildung
  • eine regelmäßige Lehrlingsentschädigung
  • 25 Werktage Urlaub
  • Freistellung für den Besuch einer Berufsschule
  • Ersatz von Prüfungstaxen und Materialkosten für die Prüfungen
  • Arbeitsaufträge, die zu seiner Ausbildung gehören und seine Kräfte nicht übersteigen
  • Sichere Arbeitsbedingungen und keine Misshandlungen.

Der Lehrling hat unter anderem die Pflicht, die für den Lehrberuf erforderlichen Kenntnisse zu erlernen, die Berufsschule regelmäßig zu besuchen und dienstliche Anweisungen zu befolgen. Details werden im Lehrvertrag geregelt.

Die Duale Ausbildung: Praxis und Berufsschule

Neben der praktischen Ausbildung im Lehrbetrieb müssen Lehrlinge auch in die Berufsschule gehen. Die Zeit in der Berufsschule gilt als Arbeitszeit.

Die Kosten für Internat und Schule bezahlt zunächst der Lehrherr, bekommt es aber über den Kostenersatz für Internats- und Unterbringungskosten zurückerstattet.

Auch Nachhilfe und freiwillige Ausbildungen sind in die Arbeitszeit einzurechnen.

Beendigung des Lehrverhältnisses

Die Probezeit bei Lehrverträgen beträgt drei Monate. In dieser Zeit kann der Vertrag jederzeit von beiden Parteien aufgelöst werden.

Eine einvernehmliche Auflösung des Lehrvertrages ist immer möglich. Bei Minderjährigen ist die Zustimmung der Eltern erforderlich.

Falls wirklich alles schief läuft, gibt es die Möglichkeit des Ausbildungsübertrittes bei dem am Ende des ersten oder zweiten Lehrjahres das Ausbildungsverhältnis beendet werden kann. Der Prozess ist ein paar Monate vorher zu beginnen, da die Einhaltung der Fristen erforderlich ist.

FÖRDERUNGEN

Basisförderung

Die Ausbildung von Lehrlingen ist derzeit auch finanziell gefördert. Jeder Betrieb erhält eine Basisförderung in der Höhe von

  • 3 kollektivvertraglichen Bruttolehrlings­entschädigungen für das 1. Lehrjahr.
  • 2 kollektivvertraglichen Bruttolehrlings­entschädigungen für das 2. Lehrjahr.
  • je 1 kollektivvertragliche Bruttolehrlingsentschädigung für das 3. bzw. 4. Lehrjahr.

Mehr Informationen zur Basisförderung.

Lehre für Erwachsene

Lehrverhältnisse mit Personen über 18 Jahren können gefördert werden, wenn diese mindestens nach dem Entgelt für Hilfskräfte entlohnt werden. In diesen Fällen wird die Basisförderung auf Grundlage des Entgelts für Hilfskräfte berechnet. Mehr dazu

Regionale Förderungen durch das AMS

Weitere regionale Förderungen gibt es auch über das AMS.
Gefördert werden beispielswiese Mädchen und Frauen in Berufen mit geringem Frauenanteil, Erwachsene (Ü18), die durch eine Lehrausbildung ihre Berufschancen verbessern oder Erwachsene Schulabbrecher (Ü18).

Daneben gibt es eine Reihe von Förderungen für:
  • Kostenerstattung für Internats- bzw. Unterbringungskosten gem. § 9 Abs. 5
  • Coaching und Beratung für Lehrbetriebe
  • Ausbildungsverbünde (zwischen- und überbetriebliche Ausbildungsmaßnahmen)
  • Ausgezeichnete und gute Lehrabschlussprüfungen
  • Übernahmeprämie für Lehrlinge aus überbetrieblichen Einrichtungen
  • Auslandspraktikum/Sprachkurs
  • Maßnahmen für Lehrlinge mit Lernschwierigkeiten
  • Zusätzlicher Besuch von Berufsschulstufen

Hier finden Sie Ansprechpartner in Ihrer Wirtschaftskammer für Lehrstellenförderung.

Formulare für die Lehrlingsförderung in Ihrer Wirtschaftskammer finden Sie hier

Förderungen für Lehrlinge

Auch Lehrlinge direkt können Förderungen erhalten:

  • Coaching für Lehrlinge
  • Vorbereitungskurs auf die Lehrabschlussprüfung
  • Lehrlingsprämie bei Sprachkurs und Auslandspraktikum

WIE FINDE ICH LEHRLINGE?

Die einfachste Möglichkeit ist, Sie geben uns Ihre Daten bekannt und wir veröffentlichen Ihre Lehrstelle auf dieser Webseite.

Kontaktieren Sie uns:

Trotzdem sollten Sie die Lehrstelle auf Ihrer eigenen Webseite anbieten und sie auch über Soziale Netzwerke zu teilen.

Sprechen Sie auch in Ihrem Bekanntenkreis darüber.

Gehen Sie einmal im Jahr zu den Schulen in Ihrer Gemeinde und halten Sie einen Vortrag über das Pflasterer Handwerk. So können Sie kostenlos Werbung für Ihren Betrieb machen und Jugendliche für eine Schnupperpraxis interessieren.

In den meisten Gemeinden besteht die Möglichkeit einen Aushang zu machen oder es gibt ein Gemeindeinformationsblatt, in dem Sie Ihre Lehrstelle anbieten können.

Falls Sie ein größeres Budget zur Verfügung haben können Sie natürlich in Zeitungen oder bei Online-Plattformen ein Inserat schalten. Rechnen Sie aber damit, dass Sie dann normalerweise mehr Zeit für die Auswahl investieren werden.

Im Internet gibt es außerdem schon einige Lehrstellenbörsen und Plattformen, auf denen freie Lehrstellen eingetragen werden können.