ÜBER DAS PFLASTERER HANDWERK

Das Pflasterhandwerk ist eine traditionelle Handwerkstechnik, die aus einer Kombination aus Präzision und Kreativität verbunden mit körperlicher Arbeit besteht. Als Pflasterin oder Pflasterer gestaltest du private und öffentliche Flächen und gibst Räumen eine Wirkung, die Generationen überdauert.

Das Pflasterer Handwerk ist zwar ein Handwerk, das schon seit Jahrhunderten von Menschenhand hergestellt wird, doch es entwickelt sich ständig mit dem Stand der Technik und heutzutage erleichtern moderne technische Hilfsmittel die täglichen Aufgaben.

Bei der Pflasterer Ausbildung handelt es sich um eine der bestbezahlten Lehren mit sehr attraktiven Aufstiegs- und Karrieremöglichkeiten. Beginnend mit der praxisorientierten Ausbildung direkt in einem Unternehmen, kannst du später als Meister auch selbst Unternehmer werden, sodass dir ein vielseitiges Berufsleben offen steht.

Sichere dir deinen Job in einer der gefragtesten Handwerkerbranchen!

 

Ausbildungsordnung

Jeder, der sich für den Beruf des Pflasterers interessiert, möchte natürlich wissen, worum es in diesem Beruf geht und was man da so lernt. Grundsätzlich ist dies, so wie auch für alle anderen Berufe, in einem Bundesgesetzblatt für die Republik Österreich zu finden. Online findest du das Bundesgesetzblatt BGBl. II Nr. 133/2017 unter www.ris.bka.gv.at

Beim Lehrberuf des Pflasterers handelt es sich um eine duale Ausbildung. Dies bedeutet, dass du einerseits im jeweiligen Ausbildungsbetrieb bzw. auf der Baustelle ausgebildet wirst und andererseits – meist in den Wintermonaten – die Berufsschule besuchst.

Im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule erlernst du die handwerklichen und theoretischen Kenntnisse für den Beruf des Pflasterers.

Wie du Pläne, Detailzeichnungen und Skizzen lesen kannst, um diese in die Praxis umzusetzen, und auch, wie du einfache Pläne, Zeichnungen und Skizzen selber erstellen kannst, ist ein wichtiger Bestandteil deiner Ausbildung.

Welche Werkzeuge, Maschinen und Geräte für alle Arten von Erdarbeiten und in weiterer Folge dann den Aufbau, auf welchem die Pflasterdecke erstellt wird, benötigt werden lernst du natürlich auch.

Obwohl das Pflasterhandwerk immer noch sehr traditionell ausgeübt wird kommen viele Maschinen und Geräte zum Einsatz die die Arbeit erleichtern. Bagger, Hebezangen und Vakuumtechnik sind nur einige wenige Beispiele.

Wie du mit unterschiedlichen Baustoffen und Materialien umgehst und wann was am Besten zum Einsatz kommt ist natürlich auch Bestandteil deiner Ausbildung.

Der Pflasterer erstellt Terrassen, Wege, Sitzplätze und gestaltet auch große Plätze.

 

 
Berufsschule

Wenn du dich für einen Lehrberuf entscheidest, kann es durchaus sein, dass du entschieden hast, dass die Schule nicht das Richtige für dich ist. Zwar ist die Berufsschule auch eine Schule, doch hilft sie dir beim Erlernen des Berufsbildes jene Dinge zu komplettieren, die im Ausbildungsbetrieb nicht unterrichtet werden können.

Neben allgemeinen Fächern gibt es natürlich auch fachspezifische Fächer, wo vermehrt auf das Theoriewissen im Pflasterbau eingegangen wird. Denn es geht für dich darum, nicht nur zu wissen wann du was verwendest oder tust, sondern vor allem auch warum. Genau aus diesem Grund gibt es seit einigen Jahren die kompetenzorientierte Ausbildung, bei der in der Berufsschule fächerübergreifend ausgebildet wird und Projekte ausgearbeitet werden. Welche Regelwerke es gibt und welche Gesetze zu beachten sind, ist Teil deiner Ausbildung.

Neben all den fachlichen Dingen wie Baustoffkunde, Fachrechnen und natürlich auch Pflastern geht es auch um deine soziale Kompetenz.

Wie du im Team arbeitest, gemeinsam Herausforderungen meisterst und in der Gruppe und auch mit Kunden kommunizierst, ist ein wesentlicher Teil deiner Ausbildung.

Die Welt wird immer kleiner und gerade handwerkliche Berufe sind international gefragt. Mit Fachenglisch in der Berufsschule bekommst du einen Grundstock, den du weiter ausbauen kannst, um auch in der Ferne tätig zu sein.

Mit einer Lehre zum Pflasterer hast du natürlich auch die Möglichkeit nach entsprechender Praxis die Meisterprüfung zu machen. Schon in der Berufsschule werden hierfür die ersten Grundsteine gelegt.

Der Beruf des Pflasterers ist ein Beruf mit Zukunft und Potential. Wir freuen uns schon auf dich!

Tradition

Als Pflasterer wählst du einen Beruf, der schon in den frühen Hochkulturen sehr geschätzt war. Schon Ägypter und Römer pflasterten ihre Straßen und Plätze und schufen damit die ältesten und haltbarsten Bauwerke der Menschheit.

Das Pflasterer Handwerk war damals und ist bis heute, die nachhaltigste Methode, Flächen zu befestigen und verwandelt sie dadurch zu beständigen Unikaten mit denen bleibende Werte geschaffen werden.

Im Jahr 2018 wurde das Pflasterer Handwerk von der UNESCO* als immaterielles Kulturerbe ausgezeichnet.

Dies ist für jeden, der dieses Handwerk erlernt eine große Chance. Pflasterinnen und Pflasterer sind stets gefragt.

*UNESCO = United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization, Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Berufsgruppensprecher Peter Nowotny, Raimund Grebien, Berufsgruppensprecher Stellvertreter und Richard Michels, Leiter der Arbeitsgruppe Image Pflasterer Handwerk bei der offiziellen Auszeichnung des Pflasterer Handwerkes durch die UNESCO

Dauer

Die Lehrzeit beträgt normalerweise drei spannende und gut bezahlte Jahre, in denen du im 1. Lehrjahr mit über ca. 800 € netto Durchschnittsmonatslohn nach Hause gehst und im dritten Lehrjahr bis auf ca. 1.700 € netto Durchschnittsmonatslohn kommst.

Für erwachsene Quereinsteiger, Maturanten und HTL-Absolventen gibt es zahlreiche Sonderregelungen wobei die Lehrzeit, abhängig von der bisherigen Ausbildung und Erfahrung verkürzt wird.

Die Ausbildung erfolgt im dualen System, d. h. von Beginn an wird im Betrieb mitgearbeitet und die theoretische Ausbildung erfolgt in der Berufsschule.

Wenn du Lehre mit Matura wählst, wird die Ausbildungsdauer auf vier Jahre verlängert.

Der Unterricht in der Berufsschule findet in den Wintermonaten geblockt statt und dauert zwischen 9 und 11 Wochen. Für alle Bundesländer bis auf Wien, findet der Unterricht in der Berufsschule in Graz statt. Für Wiener gibt es eine Berufsschule in Wien.

Auch als Lehrling kannst du im Ausland ein Praktikum absolvieren.

BERUFSCHANCEN

Beginnend bei der Lehre kannst du nach deinem erfolgreichen Abschluss als Geselle oder Gesellin zur Meisterprüfung antreten. Wusstest du übrigens, dass der “Meister“ mit einem „Bachelor“ im Nationalen Qualifikationsrahmen (NQR) formell auf demselben Level eingestuft ist?

Bist du einmal Meister kannst du deine Karriere als Unternehmer/in beginnen, indem du dein eigenes Business ins Rollen bringst. Werde selbstständig und mache dir als dein eigener Chef einen Namen!

Nach deiner dreijährigen Ausbildungszeit mit der Ausbildung im Lehrbetrieb und der Berufsschule trittst du zur Facharbeiterprüfung an. Mit deinem erfolgreichen Berufsschulabschluss ist die Facharbeiterprüfung zweiteilig.

Der eine Teil ist eine praktische Prüfarbeit und der zweite Teil ist ein mündliches Fachgespräch. Für die praktische Prüfarbeit hast du ausreichend Zeit und du kannst herzeigen, was du handwerklich gelernt hast.

Das Fachgespräch ist ein Gespräch zwischen Profis. Da du mit erfolgreich abgelegter Facharbeiterprüfung natürlich auch im Gespräch mit Kunden bist und diese möglicherweise auch berätst, geht es im Fachgespräch vor allem darum, deine theoretische Kompetenz zu erheben.

Möchtest du allerdings nach Abschluss der Lehre doch etwas anderes machen, wird es dir ein Leichtes sein, umzusatteln.

Entscheidest du dich für die Ausbildung mit Matura, bist du sowieso jederzeit in der Lage, dich komplett neu zu orientieren. Trotz einschlägiger Ausbildung bleibst du so flexibel, wie es sich für den modernen Arbeitsmarkt gehört.

ANFORDERUNGEN

Du arbeitest gerne im Freien und suchst eine abwechslungsreiche Tätigkeit?

Du hast Freude an körperlicher Betätigung?

Du hast eine kreative Ader und zwei geschickte Hände?

Du magst Geometrie, rechnest gerne und möchtest eine fundierte technische Ausbildung?

Dann bist du im Pflastererhandwerk genau richtig!

Probiere doch einfach unseren Quick-Check:
 

LEHRLINGSENTSCHÄDIGUNG

Bist du bereit für eine der bestbezahlten Lehren überhaupt? Wie du vielleicht schon gehört hast: Pflaster bringt am meisten Zaster!

Der Durchschnittsmonatslohn der dreijährigen Lehrzeit teilt sich folgendermaßen auf (gültig ab 01.05.2019):

  1. Lehrjahr: ca. € 880 netto, brutto ca.  1.036
  2. Lehrjahr: ca. € 1.200 netto, brutto ca.  1.554
  3. Lehrjahr: ca. € 1.400 netto, brutto ca. € 2.071

Zulagen kommen zusätzlich noch auf ca. 350,- netto pro Durchschnittsmonat.

Lehrlinge nach Vollendung des 18. Lebensjahres erhalten bereits im 1. Lehrjahr ca.  1.554 brutto.

Als Geselle oder Gesellin beginnst du deine steile Karriere mit einem Einstiegsgehalt von ca. € 2.500,- brutto (das sind ca. € 1.700 netto) und sehr guten Verdienstmöglichkeiten.

Langfristig ist das Pflasterer Handwerk ein krisensichererer Beruf, da gelerntes Fachpersonal in dieser Branche immer nachgefragt wird.

BEWERBUNGSPFAD

Möchtest du einmal in die Praxis schnuppern und hautnah miterleben, wie es in einem Pflastererbetrieb zugeht, dann bewerbe dich für eine Schnupperpraxis.

Hier findest du Betriebe, die Lehrlinge suchen:

Deine Bewerbung kann schriftlich oder telefonisch erfolgen wobei ein Lebenslauf und Zeugnisse auf alle Fälle notwendig sein werden. Größere Unternehmen verlangen manchmal sogar ein Motivationsschreiben.

Tips zu Bewerbungen und Muster findest du hier.

Hast du noch Fragen? Wir helfen dir gerne weiter!